Wenn Sie zwischen 2015 und Anfang 2024 ein iPhone in Großbritannien gekauft haben, steht der von Ihnen gezahlte Preis nun im Mittelpunkt eines Rechtsstreits vor einem Londoner Gericht. Die Verbrauchergruppe
Der Fall wurde am 6. Oktober 2025 vor dem Competition Appeal Tribunal eröffnet und wird fünf Wochen dauern. Die Richter werden zunächst über eine Frage entscheiden: Hatte Qualcomm Marktmacht und hat es diese missbraucht, als es die Bedingungen für die Technologie festlegte, die Apple benötigte, um Ihr Telefon mit Mobilfunknetzen zu verbinden? Nur wenn Which? diese Haftungsphase gewinnt, wird das Gericht in eine zweite Phase eintreten, um eine Entschädigung festzulegen.
Was dies für Ihre iPhone-Rechnung bedeutet
Hier ist die Kernaussage. Which? wirft Qualcomm eine „Keine Lizenz, keine Chips“-Politik vor, die es dem Unternehmen ermöglichte, überhöhte Lizenzgebühren zu erheben. Apple und Samsung gaben die höheren Kosten dann in die Einzelhandelspreise weiter, so dass Sie die Differenz decken mussten. Qualcomm hat die Klage in früheren Erklärungen als unbegründet abgetan. Das Unternehmen sagt, sein Lizenzierungsmodell sei Standard und bestreitet, seine Macht missbraucht zu haben.
Prüfen Sie, wer abgedeckt ist. Die Sammelklage konzentriert sich auf LTE-fähige iPhones und Samsung-Geräte, die in Großbritannien zwischen dem 1. Oktober 2015 und dem 9. Januar 2024 neu gekauft wurden. Aktuelle 5G-Modelle sind vorerst ausgeschlossen. Die Klage ist eine Opt-out-Klage, so dass Sie keine Unterlagen einreichen müssen, um in der Sammelklage zu bleiben.
Halten Sie Ihre Erwartungen niedrig. Die durchschnittliche Auszahlung pro Gerät ist gering, aber die insgesamt angestrebte Summe ist mit 480 Millionen Pfund hoch. Die Zeitpläne in Wettbewerbsfällen sind langwierig. Wenn das Gericht gegen Qualcomm entscheidet, folgt eine gesonderte Schadensersatzphase, und erst dann würde Geld an die Verbraucher fließen.
Die Apple-Perspektive
Denken Sie darüber nach, wie Apple hineinpasst. Apple steht hier nicht vor Gericht. Es sitzt auf der Einkaufsseite von Qualcomms Lizenzierungssystem und Chips. Which? argumentiert, dass dieses System die Kosten der Zulieferer in die Höhe trieb und dass Apple die Telefone entsprechend bepreiste. Die Antwort des Gerichts wird Apples vergangene Rechnungen nicht umschreiben, aber es könnte entscheiden, ob Sie während der LTE-Ära zu viel für Ihr iPhone bezahlt haben und eine Rückerstattung verdienen.
Apple hat sich zu dieser Klage noch nicht öffentlich geäußert. Das Ergebnis könnte jedoch die Art und Weise beeinflussen, wie Apple in Zukunft Chip- und Patentlizenzvereinbarungen aushandelt. Es könnte auch ähnliche Klagen anderswo fördern.
Reuters berichtete, dass der fünfwöchige Prozess am 6. Oktober begann, die angebliche „Keine Lizenz, keine Chips“-Politik umreißt und die vorgeschlagene Entschädigung von 480 Millionen Pfund für rund 29 Millionen britische Apple- und Samsung-Käufer erwähnt.
Rechtliche Präzedenzfälle
Weltweit ist Qualcomm mit kartellrechtlichen Überprüfungen konfrontiert. Die US Federal Trade Commission verklagte Qualcomm wegen Lizenzierungspraktiken, obwohl ihre Klage im Jahr 2020 abgewiesen wurde. In Europa wurde das Unternehmen bereits wegen Kartellrechtsverstößen mit einer Geldstrafe belegt. In Kanada ist eine parallele Verbraucherklage anhängig.
Which? sagt, dies sei ein entscheidender Moment für die Verbraucherrechte. „Dieser Prozess zeigt, wie Verbraucher mit Unterstützung große Unternehmen zur Rechenschaft ziehen können“, sagte Anabel Hoult, CEO von Which?.
Für Apple-Nutzer in Großbritannien könnte der Prozess unerwartete Rückerstattungen bedeuten. Es wird jedoch einige Zeit dauern, bis das Ergebnis der Klage und eine eventuelle Auszahlung gesichert sind.
