Für Millionen von Nutzern ist das Schließen der Ringe ein tägliches Ritual. Doch während wir uns auf Kalorien und Stehstunden konzentrieren, bleibt die einfache Schrittzahl die universelle Messgröße für Aktivität. Egal, ob Sie die schwer erreichbaren 10.000 Schritte anstreben oder einfach nur aktiv bleiben möchten – eine Frage bleibt immer: Können Sie der Zahl an Ihrem Handgelenk wirklich vertrauen?
Apple behauptet, seine Algorithmen seien branchenführend, indem sie Beschleunigungssensordaten mit Gyroskopmessungen kombinieren, um einen echten Schritt von einer Handbewegung zu unterscheiden. Um dies zu überprüfen, haben wir die Apple Watch (Series 9 und Ultra 2) einer Reihe von kontrollierten und realen Tests unterzogen, um zu sehen, wie sie im Vergleich zum zuverlässigsten Zähler überhaupt abschneidet: dem menschlichen Gehirn.
Inhaltsverzeichnis
Die kurze Antwort
In unseren Tests war die Apple Watch beim normalen Gehen und Laufen außergewöhnlich genau (innerhalb von 1–2 %). Wie alle am Handgelenk getragenen Tracker hat sie jedoch in bestimmten Szenarien Probleme, insbesondere wenn Ihr Arm ruhig gehalten wird (z. B. beim Schieben eines Kinderwagens) oder bei unregelmäßigen Handbewegungen (z. B. beim Abwaschen).
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Die Methodik: So haben wir getestet
Um ein klares Bild von der Genauigkeit zu bekommen, haben wir die Uhr nicht einfach einen Tag lang getragen und geraten. Wir haben drei spezifische Tests durchgeführt:
- Der manuelle Zähltest (kontrolliert): Wir sind exakt 1.000 Schritte gegangen und haben dabei manuell mit einem mechanischen Handzähler mitgezählt, während wir die Apple Watch mit einer kalibrierten Einstellung trugen.
- Der Geisterschritte-Test (sitzend): Wir überwachten die Schrittzahl, während wir Aktivitäten ohne Gehen wie Autofahren, Tippen und Kochen ausführten, um auf Fehlmessungen zu prüfen.
- Der Kinderwagen-Test (ruhig gehaltener Arm): Wir gingen eine abgemessene Meile, während wir einen beschwerten Einkaufswagen schoben, um einen Kinderwagen oder Einkaufstrolley zu simulieren.
Die Ergebnisse
Test 1: Der 1.000-Schritte-Spaziergang
Dies ist der Goldstandard für die Genauigkeit von Trackern. Wir gingen eine ebene, gleichmäßige Strecke in moderatem Tempo.
Tatsächliche Schritte: 1.000 Apple Watch aufgezeichnet: 1.003 Genauigkeit: ~99,7 %
Fazit: In einem natürlichen Geh-Szenario mit normalem Armschwung ist die Apple Watch nahezu perfekt. Sie filtert kleine Zögerlichkeiten erfolgreich heraus und ist mit medizinischen Schrittzählern vergleichbar.
Test 2: Der Geisterschritte-Test
Eine der größten Beschwerden bei frühen Fitness-Trackern war, dass sie einem Schritte für das Fahren über eine holprige Straße oder das Zähneputzen gutschrieben.
Aktivität: 1 Stunde Autobahnfahrt + 30 Minuten Tippen. Tatsächliche Schritte: ~20 (Gehen zum/vom Auto). Apple Watch aufgezeichnet: 38 Fehler: +18 Schritte
Fazit: Die Sensorfusion der Apple Watch (die GPS- und Gyroskopdaten zusammen mit dem Beschleunigungssensor nutzt) ist hervorragend darin zu erkennen, dass Sie still sitzen, auch wenn sich Ihre Hände bewegen. Zwar wurden vernachlässigbar wenige Schritte hinzugefügt, aber es wurden nicht Tausende falscher Schritte gezählt, wie es bei älteren Konkurrenzprodukten oft der Fall war.
Test 3: Das Kinderwagen-Problem
Dies ist die Achillesferse von am Handgelenk getragenen Wearables. Da sich die Uhr stark auf den Armschwung verlässt, um die Schrittfrequenz zu erkennen, kann ein ruhig gehaltener Arm (an einem Kinderwagengriff, Rasenmäher oder Einkaufswagen) die Sensoren verwirren.
Tatsächliche Schritte: ~2.100 (ca. 1 Meile) Apple Watch aufgezeichnet: 1.240 Genauigkeit: ~59 %
Fazit: Dies war der einzige größere Ausfall. Da sich das Handgelenk nicht vor und zurück bewegte, verpasste die Uhr fast 40 % der Schritte. Profi-Tipp: Wenn Sie einen Kinderwagen schieben, stecken Sie die Uhr für diesen speziellen Spaziergang in die Hosentasche (wo sie Ihre Beinbewegung spüren kann) oder schnallen Sie sie an den Knöchel, um die volle Punktzahl zu erhalten.
Warum Ihre Schrittzahl möglicherweise falsch ist (und wie Sie das beheben)
Wenn Sie das Gefühl haben, dass Ihre Werte dauerhaft falsch sind, liegt das wahrscheinlich nicht an einem Hardwarefehler. Hier sind die häufigsten Ursachen:
1. Kalibrierung ist entscheidend
Apple empfiehlt einen Kalibrierungsspaziergang, um der Uhr Ihre spezifische Schrittlänge beizubringen. So geht’s: Begeben Sie sich in ein flaches, offenes Gelände mit klarem GPS-Empfang. Öffnen Sie die Workout-App und starten Sie einen „Outdoor Walk“ für mindestens 20 Minuten. Dadurch wird Ihre GPS-Distanz mit Ihrer Armschwungfrequenz synchronisiert.
2. Der Effekt des lockeren Armbands
Wenn die Uhr an Ihrem Handgelenk auf und ab rutscht, verlieren der Herzfrequenzsensor und der Beschleunigungssensor den Kontakt, was zu unregelmäßigen Daten führt. Das Armband sollte eng anliegen, aber nicht zu fest sein, und sicher genug sitzen, dass es nicht verrutscht, wenn Sie Ihr Handgelenk schütteln.
3. Größen- und Gewichtsdaten
Die Uhr verwendet Ihre Körpergröße, um Ihre Schrittlänge zu schätzen, wenn kein GPS verfügbar ist (z. B. auf einem Laufband). Stellen Sie sicher, dass Ihr Gesundheitsprofil in der Watch-App auf dem neuesten Stand ist.
Fazit
Ist die Apple Watch also genau? Ja. Für 95 % der Nutzer ist sie eines der zuverlässigsten verfügbaren Werkzeuge zur Erfassung der täglichen Aktivität. Sie ist intelligent genug, um Ihren morgendlichen Arbeitsweg zu ignorieren, und empfindlich genug, um einen zügigen Spaziergang zum Café zu erfassen.
Denken Sie nur daran: Wenn Sie einen Einkaufswagen schieben, wundern Sie sich nicht, wenn Ihre Uhr denkt, Sie würden faulenzen.
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