The Scandal versetzt Dangerous Liaisons nicht einfach ins Joseon-Korea. Die neue Serie von Netflix nimmt die zentrale Waffe des Romans – eine Wette, die auf Verführung und Kontrolle aufbaut – und lässt sie den gesellschaftlichen Zwängen eines elitären Joseon-Umfelds gehorchen.
Die größte Veränderung ist daher nicht die historische Kleidung. Es ist die Machtstruktur um Lady Cho, Cho Won und Hui-yeon. Die Adaption behält das gefährliche Spiel bei, fragt aber, was es bedeutet, wenn eine Frau, deren Intelligenz die ihr gesetzten Grenzen übersteigt, aus dem Inneren dieser Grenzen heraus agieren muss.
- Veröffentlichung: 18. September 2026
- Romanvorlage: Pierre Choderlos de Laclos’ Dangerous Liaisons
- Genre: Koreanisches Historien-Liebesdrama
- Streaming bei: Netflix
Die Wette bleibt, doch der gesellschaftliche Einsatz ändert sich
Netflix nennt Lady Cho, gespielt von Son Ye-jin, als die Figur, die Cho Won, den gefeierten Playboy von Joseon, gespielt von Ji Chang-wook, eine Wette vorschlägt. Die Wette zieht Hui-yeon, gespielt von NANA, in ein Spiel hinein, das sie nicht entworfen hat. Diese Dreiecksstruktur stammt erkennbar von Laclos ab, doch ihr Schauplatz verändert die Kosten eines öffentlichen Skandals.
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In der Ausgangslage des offiziellen Trailers bittet Lady Cho den Cho Won, So-ok zu verführen, eine junge Frau, die dazu bestimmt ist, eine Konkubine in ihrem Haushalt zu werden. Cho Won antwortet mit einer eigenen Herausforderung, in die Hui-yeon verwickelt ist, eine tugendhafte Witwe. Die Serie adaptiert die kompetitive Grausamkeit des Romans also über konkrete Beziehungen und Erwartungen in der Joseon-Gesellschaft, statt dessen Namen oder das französische Adelsumfeld zu kopieren.
Lady Chos Position rahmt die Manipulation neu
Netflix beschreibt Lady Cho als eine Frau, die zu außergewöhnlich ist, um in die Frauengemächer eingesperrt zu werden. Diese Einordnung entschuldigt nicht, was sie tut, verleiht ihrer Berechnung aber einen anderen Kontext. Im Ausgangsmaterial ist Manipulation ein Sport des Privilegs. In The Scandal wird dieselbe Intelligenz als etwas dargestellt, das innerhalb eines Systems ausgeübt wird, das darauf ausgelegt ist, ihre Wahlmöglichkeiten einzuschränken.
Deshalb sollte diese Version als Adaption bewertet werden und nicht als Eins-zu-eins-Neuverfilmung. Ihre Frage lautet, wie Begierde, Ruf und Handlungsmacht in einer Kultur mit eigener Hierarchie funktionieren. Das historische Setting ist Teil des Arguments, nicht bloß Dekoration.
Hui-yeon verschiebt das moralische Zentrum
Hui-yeon ist keine distanzierte Beobachterin. Das Material von Netflix nennt sie eine ahnungslose Frau, die in ein gefährliches Spiel gerät, und der Trailer zeigt ihren Widerstand, während die Wette sich zuspitzt. Dadurch geht es in der Spannung der Geschichte weniger darum, ob die Wette gewonnen werden kann, als darum, was der Wettstreit der Person nimmt, die in sein Zentrum gestellt wird.
Der stärkste Unterschied der Adaption ist womöglich diese Verschiebung der Gewichtung. Ein berühmtes literarisches Spiel wird zu einem Historien-Drama darüber, wer Entscheidungen treffen darf, wer für sie bezahlt und von wem erwartet wird, zu schweigen, wenn diese Entscheidungen öffentlich werden.
Welcher Teil der Prämisse von Dangerous Liaisons wirkt durch das Joseon-Setting von The Scandal am stärksten verändert? Teilen Sie Ihre Meinung in den Kommentaren.

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