Abgeordnete aus New Mexico fordern Apple und Google auf, eine mögliche Namensänderung des Bundesstaats auf Kartenplattformen zu blockieren. Hintergrund ist, dass der US-Präsident in einer Reihe von Social-Media-Beiträgen vorgeschlagen hatte, den Bundesstaat in New America umzubenennen. Die Abgeordneten möchten präventiv sicherstellen, dass die Tech-Unternehmen alle offiziellen Bestrebungen zur Kartenänderung ignorieren, doch die Forderung könnte wenig Gewicht haben. Denn diese Plattformen kontrollieren die offizielle geografische Namensgebung gar nicht selbst.
Tech-Unternehmen verlassen sich bei Ortsnamen auf eine Bundesdatenbank
Das Problem beginnt damit, wie Kartenanwendungen tatsächlich an geografische Daten gelangen. Ein Tech-Unternehmen sucht sich nicht einfach aus, wie es einen Bundesstaat oder ein Gewässer nennt. Es bezieht diese Informationen aus dem Geographic Names Information System, einer von der Bundesregierung betriebenen Datenbank. Wenn die Bundesregierung einen Namen per Dekret ändert, müssen Plattformen wie Apple Maps diese Änderung übernehmen.
Das haben wir bei anderen Orten bereits erlebt. Die US-Regierung hatte zuvor eine Anordnung durchgesetzt, mit der der Ontariosee für Nutzer in den Vereinigten Staaten in Lake America umbenannt wurde, und digitale Karten wurden entsprechend aktualisiert. Wenn sich ein Unternehmen entscheidet, die Bundesdatenbank zu ignorieren, riskiert es, den Zugriff auf das System vollständig zu verlieren. Apple muss die Regeln der Datenbank einhalten, weshalb dem Unternehmen bei solchen Änderungen auf Bundesebene die Hände gebunden sind.
Don’t miss the best of The Mac Observer
Set us as a preferred source and our Apple reporting ranks higher in your Google Search results and Discover feed — one tap, no account changes.
Abgeordnete nehmen Karten-Apps ins Visier, statt die Befugnisse des Kongresses zu nutzen
Da sich ein Tech-Unternehmen an die Bundesdatenbank halten muss, ist der Brief der Abgeordneten aus New Mexico weitgehend symbolischer Natur. Ein Schreiben an ein Unternehmen mit der Bitte, ein Karten-Update abzulehnen, hält den US-Präsidenten nicht wirklich davon ab, eine Namensänderung anzustreben. Wenn die Abgeordneten eine Änderung verhindern wollen, müssen sie in Washington tätig werden und die Befugnisse nutzen, die sie im Kongress haben.
Ein Präsident hat tatsächlich nicht die Befugnis, einen Bundesstaatsnamen einseitig zu ändern, selbst nicht per Dekret. Diese Macht liegt beim Bundesstaat selbst und seiner Bevölkerung. Statt sich darum zu sorgen, was angezeigt wird, wenn ein Nutzer auf einem iPhone eine Karte öffnet, sollten sich die Abgeordneten auf die Ursache des Problems konzentrieren. Das Problem über die richtigen rechtlichen und gesetzgeberischen Wege anzugehen, ist der einzige Weg, um sicherzustellen, dass der Bundesstaat seinen ursprünglichen Namen behält. Beschwerden an Tech-Unternehmen zu richten, mag Schlagzeilen bringen, löst aber das eigentliche politische Kernproblem nicht.
Discussion